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Radiohead

Alternative - Webseite - Link hinzufügen - Chartplatz: 44.

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Thom Yorke am Rock Oz'Arénes in Avenches - August 2006

Thom Yorke am Rock Oz'Arénes in Avenches - August 2006 | Foto: Hardtoexplain [Lizenz]

Als sich Radiohead 1986 gründen, da hieß man noch "On A Friday", was den ein oder anderen annehmen ließ, dass müsste wohl an einem Freitag stattgefunden haben. Noch im selben Jahr brachten die Talkin Heads das Album "True Stories" heraus. Darauf ein Song mit den Zeilen
Transmitter
Oh! picking up something good
Hey, radio head!
The sound...of a brand-new world.


Als Thom Yorke (Gesang, Gitarre, Piano, Elektro), Jonny Greenwood (Gitarre), Ed O'Brien (Gitarre, Hintergrundgesang), Colin Greenwood (Bass, Synthesizer) und Phil Selway (Schlagzeug, Perkussion) bei der EMI, heute in den Klauen eines bösen Finanzkonzerns, unterzeichnen, schlägt diese damals vor, nennt euch doch "Radiohead".

Das tat man, nannte sich fortan Radiohead und hatte den Vertrag in der Tasche. 1992 bringt die Band ihre Debut EP heraus: "Drill", was mich spontan an Oasis "This is not a drill" erinnert. Und da war's bei Radiohead dann wohl doch eher eine Übung, denn die Charts bewegten sich keinen Platz auf das Machwerk zu. Um das Debutalbum zu produzieren engagierte man deshalb Paul Kolderie und Sean Slade, welche zuvor schon mit den Pixies und Dinosaur Jr. zusammen gearbeitet hatten.

Die erste Singleauskopplung brauchte ein wenig, smackt die Charts dann aber auch gleich richtig, was die böse EMI freute: "Creep" wurde der Hit mit dem man Radiohead bis heute verbindet. Während es die englische Radiostation Radio 1 noch "too depressing" fand und nach zwei Durchläufen aus dem Programm nahm, fanden das die Macher des Computerspiels "Rock Band" wohl gar nicht und nahmen es mit in ihre Playlist auf. Das wiederrum sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, man erinnere sich an Soutpark-Episode "Guitar Queer-o".

Doch in den Charts hatte sich auch dieser Hit zunächst nicht wirklich etablieren können, genausowenig, wie das darauf folgende Album "Pablo Honey". Die Platte war vom Grunge beeinflusst, was Radiohead erst einmal den Ruf einbrachte, Nirvana-lite zu sein. Wie wenig das der Fall war wurde allerdings recht bald deutlich.

Es war einer dieser College Radioheads, der in San Francisco schließlich für sein College Radio auf "Creep" stieß und es rauf und runter spielte. Als Radiohead dann auch noch 1993 ihre US-Tour begannen lief "Creep" schließlich die MTV Playlist hoch und runter. Schließlich schaffte der Song auch in UK Platz sieben, als die böse EMI die Single Ende 1993 nochmals veröffentlichte. Geier.

Die US-Tour war beendet und Radiohead begannen sich ihrer zweiten Platte zuzuwenden. Dazu engagierte man den Produzenten John Leckie. Dieser hatte seine Karriere in den Abbey Road Studios aufgenommen. Das erinnert mich dann wieder an... Let It Be... Nach dem Erfolg von "Creep" waren die Erwartungen hoch gesteckt. Die Band tourte zunächst noch ein bißchen durch Down Under, was auch nicht viel half. Vorsichtig veröffentlichte man zunächst nur die EP "My Iron Lung", die sich besser verkaufte als gedacht. Radiohead hatten sich, das wurde klar, eine treue Fanbase errichtet und so beendete man die Arbeiten an "The Bends" Ende des Jahres und veröffentlichte sie im März 1995. Im Gegensatz zu dem grungelastigen "Pablo Honey" rechnet man "The Bend" eher dem "Art Rock" zu. In Songs wie "Planet Telex" zeigten Radiohead ihre Experimentierfreude am Keyboard. "My Iron Lung" hingegen setzt auf Geschrei und Gitarrensoli. Mit "High And Dry" findet sich eine atmosphärische Ballade und "Just" rockt einfach.

Trotz des ganzen Britpop-Hypes jener Tage, den Radiohead eher am Rande begleitete, schafften Radiohead nun auch im eigenen Land einen beachtlichen Erfolg und platzierten ihr Album auf Platz fünf der UK-Charts. Der Rest der Welt hingegen, der vorher weitgehend den Erfolg der Band ausgemacht hatte, nahm weniger Notiz von der Platte. Verrückte Welt, aber Billaboard verpasste der Platte nur Platz 88.

Nigel Godrich stieß schließlich zur Band und wurde das inoffizielle sechste Mitglied, als die Band sich ihrem dritten Album "OK Computer" zuwandte. Inspiration fand die Band bei den Beatles, DJ Shadow, Ennio Morricone und Miles Davis. Ende 1996 hatte man die Arbeiten schließlich beendet und veröffentlichte, ziemlich exakt zwei Jahre nach "The Bend" das Album. Die Platte schlug ein. Melodische Rocksongs und experimentelle Songstrukturen, die mit Ambient, Avant Garde und elektronischen Einflüssen arbeiteten, besorgten der Band schließlich einen Grammy für das beste Alternative Album. Beinahe wäre man das Beste Album überhaupt geworden, aber da machte Bob Dylan mit "Time out of Mind" einen Strich durch die Rechnung; was willste da machen?

Nach einer ausgiebigen Tour ließ man sich erst einmal etwas Zeit. Nach so viel Erfolg steht am Ende meist erstmal eine ausgedehnte Depression und so standen auch Radiohead kurz vor der Auflösung. Yorke meinte später, Sylvester 1998 sei der Tiefpunkt seines Lebens gewesen. An Songwriting war nicht zu denken. Der Griff zur Gitarre war ein Horror, so Yorke. Dazu kamen unterschiedliche Ideen, wie es mit der Band weitergehen sollte. Fünf Mitglieder, fünf Visionen. Radiohead sind schließlich nicht die Smashing Pumpkins. Dafür löste man sich dann aber auch nicht auf und flennte später öffentlich rum. Man setzte sich zusammen, bestimmte die Rollen neu, welche die Instrumente zu spielen hatten, kam mit Nigel Godrich zusammen und schließlich, wer hätte es gedacht, kam man aus einem Studio in Paris und es war vollbracht: "Kid A", ca. 50 Gramm schwer erblickte im Oktober 2000 das Licht der Welt. Minimalismus und mehr Instrumente war die Direktive und der Erfolg gab Radiohead mal wieder recht. Platz eins, Platz eins, Platz eins. Die Fans und die Kritik hingegen waren geteilter Meinung. Manche forderten "zurück zu den Wurzeln", andere verehrten den neuen Stil der Band. Viele meinten, der Erfolg der Platte sei nicht trotz sondern wegen Napster gelungen. Dort war die Platte auf dunklen Wegen schon wenige Monate zuvor erschienen und hatte so zu dem Hype rund um den Jüngsten beigetragen.

Aus den Aufnahmesessions für Kid A ging auch die folgende Platte hervor. Amnesiac wurde im Juni 2001 veröffentlicht. Große Brüche zum Vorgänger gab es deshalb nicht. A-Seite und B-Seite, wie man meinen könnte. Doch Amnesiac setzte sehr viel stärker auf Jazz Elemente als das Vorgängeralbum.

Das sechste Album der Band stellte man in Los Angeles fertig. Produzent war auch hier Nigel Goodrich. Im Gegensatz zu der angespannten Stimmung während der Aufnahmen zu Kid A und Amnesiac konnte die Band nun wieder etwas gelassener an die Arbeit gehen. "Hail to the Thief" erschien 2003 und bildet eine Synthese aus den unterschiedlichen musikalischen Ansätzen, die Radiohead bis dahin verfolgt hatten. Wie jedes Album von Radiohead schlug auch dieses ein; Platin und Gold. Nigel Godrich erhielt seinen Grammy "for Best Engineered Album".

Die Arbeiten zum siebten Album begannen im Februar 2005. Man hatte den Plattenvertrag mit der EMI erfüllt und "ja, wahrscheinlich gibt es uns ein perverses Glücksgefühl 'Fuck you' zu diesem modrigem Geschäftsmodell zu sagen" (Yorke). Als hätten sie gewusst, wie übel das ganze noch wird. Im Oktober 2007 brachte die Band "In Rainbows" schließlich als Download auf den Markt. Die Käufer konnten den Preis dabei selbst bestimmen. Die Kritik jubelte. Die Verkaufszahlen schienen zu stimmen, wurden allerdings nie veröffentlicht, dennoch: "Es war ein Experiment, das es Wert war ausprobiert zu werden ... und es macht Spaß zu sehen, wie die Leute ein paar Sekunden innehalten und darüber nachdenken, was ihnen Musik eigentlich wert ist.", so Yorke. Mittlerweile kann das Album auch in den Händen gehalten werden.

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