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New Model Army

Indie - Webseite - Link hinzufügen - Chartplatz: 36.

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Foto: Guido Wulf [Lizenz]

Karl I. war überzeugt, König Gottes Gnaden zu sein. Und so hieß es, er wolle das Parlament entmachten und ein nach französischem Vorbild geformtes Königreich errichten. Doch um Krieg gegen die Schotten zu führen musste er das Parlament um Geld anbetteln und berief es deshalb ein. Wenige Tage später löste er das "Kurze Parlament" wieder auf. Die Abgeordneten müssen wohl ein wenig pikiert gewesen sein, wie König hier beliebte, denn bei der nächsten Gelegenheit beschloss man schleunigst ein Gesetz zu verabschieden, dass verlangte, das Parlament alle drei Jahre einzuberufen. Kurz der König und das Parlament, die konnten nicht zusammen. Und wenn alles nichts mehr hilft, dann führt man Bürgerkrieg. Dieser begann 1642 und Karl I. rockte heftig. Da beschloss das Parlament seinen mächtigsten Pikatschu ins Feld zu schicken: Die New Model Army. Über 2/3 der Infanterie war mit Musketen bestückt, der Rest bestand aus Pikinieren. Kürassiere und Arkebusierreiter bildeten die Reiterei. Nicht ein Jahr später wurde der König geköpft.

330 Jahre später taucht eine Hydra auf, die so manch einen Glauben machte, eine neue New Model Army müsste her auch den neunten Kopf abzuschlagen. Margret Thatcher; Eisern regierte sie Gewerkschaften und den öffentlichen Sektor weg und rief "There is no society" als sie ihr vollbrachtes Werk bestaunte. 1979 ins Amt gekommen stand auch schon ein Jahr später die New Model Army und wie schon deren Vorbild wählte man die Waffen der Zeit. 1980 war das in England der Postpunk. Gegründet wurde die Band von Justin Sullivan (Gesang, Gitarre), Robert Heaton (Schlagzeug) und Stuart Morrow (Bass). Man verstand sich als Sprachrohr der Arbeiterklasse und thematisierte die Probleme Englands in den 1980er Jahren, das Gefälle zwischen Stadt und Land, der Falklandkrieg, Thatcher. Wie kraftvoll eine Waffe sein kann, deren Präfix "Post" lautet und deren Gemenge Melancholie ist sei dahingestellt. Der neunte Kopf blieb auf dem Hals und das hier wesentliche, im Versuchen entstand von 1984 bis 2007 zehn Studioalben mit großartiger Musik.

Die erste Platte erschien 1984: "Vengeance". Ein Jahr später erschien "No Rest for the Wicked". Beide Alben waren stark vom Postpunk beeinflusst. Neben Fragen nach dem tieferen Sinn des Lebens, Gerechtigkeit und Natur, der Kritik gesellschaftlicher Missstände verarbeitete man in den Liedern auch ganz unmittelbar gemachte Erfahrungen. Stets drängte sich dabei ein Zug zum Sentimentalen auf.

Im Laufe der Zeit lösten sich einfachere Songstrukturen, die stark an den Bass-Linien orientiert waren, auf. Schlagzeug und Gitarre traten mehr und mehr in den Vordergrund. Diese Entwicklung drückte sich in den Alben "Ghost of Cain" (1986) und "Thunder and Consolation" (1989) aus. Auf letzterem, welches allein in Deutschland über 250.000 verkaufte Exemplare zählt, vollzog man eine musikalische Kehre und bezog Elemente des Folk Rock und Irish Folk in die Musik mit ein. Der Song "Inheritance" stammt von diesem Album.

1990 folgte "Impurity". Noch im selben Jahr beriet sich Margaret Thatcher mit ihrem Kabinett und kündigte am 22. November 1990 ihren Rücktritt an. Doch es zeigte sich: Die Schlacht war gewonnen, der Krieg aber noch nicht und so trat die New Model Army drei Jahre später erneut an: "Love of hopeless causes". Die Metapher des Krieges bricht sich hier allerdings mit "Here comes the war", einem Antikriegslied.

Danach wurde es still. Nach über zehn Jahren musikalischer Zusammenarbeit war die New Model Army eine der bekanntesten Independent Bands Europas und zwischen Sullivan und Heaton entstand die Frage, wie man nun weitermachen wollte. Bis zur nächsten Platte vergingen so sechs Jahre. 1998 erschien dann schließlich "Strange Brotherhood". Nachdem Heaton an Lymphdrüsenkrebs erkrankte konnte er an der anschließenden Tour "... & Nobody Else" nicht teilnehmen. Michael Dean, zuvor Schlagzeugroadie, etablierte sich daraufhin als festes Bandmitglied.

2000 erschien dass achte Studioalbum der Band, welches man gleich so benannte: "Eight". Dean konnte sich auf der Platte auch als Co-Songwriter etablieren, wodurch die Band neue Wege beschritt.

2002 und 2003 ging Sullivan auf eine ausführliche Akustik-Tour durch Europa. Es folgte Anfang 2003 ein Solo-Album des Sängers der New Model Army. Ein Jahr später, 2004, musste die Band gleich zwei Unglücke aushalten, als zuerst Darryl Kempster, einer der Tourbegleiter, während eines Überfalls erschossen wurde und bald darauf, am 4. November Robert Heaton seinem Krebsleiden erlag. Die New Model Army-Family war kleiner geworden.

Ein Jahr später erschien dann "Carnival" und setzte damit den in "Eight" eingeschlagenen Weg fort. Im Sommer 2007 erschien "High".

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