Partnersuche und Dating für Musikerinnen und Musiker

Bob Dylan

Rock - Webseite - 1 Surftipps zu Bob Dylan - Chartplatz: 26.

Übersicht: Diskographie - kostenlose Mp3s

Foto: Ketil Blom [Lizenz]

Popmusik ist ja ein gähnend langweiliges Geschäft der immer gleichen Textfetzen in dem immer gleichen musikalischem Sud. Und bevor der Kulturpessimist laut schreit, das war schon in der Antike so. Damals, in den Sechziger Jahren. Doch, wie zu allen Zeiten, blühts mal wieder kurz. Die Beatles nehmen "Rubber Soul" und "Revolver" auf, Warhols The Velvet Underground experimentieren in New York, selbst die Langeweile selbst nimmt "Pet Sounds" auf.

In diese Zeit fällt auch Bob Dylan. Anfang des Jahrzehnts streunert er durch den New Yorker Stadtteil Greenwich Village, besucht sein Idol Woody Gutherie, der, schwer krank, im Krankenhaus liegt und trägt in Cafés Guthrie-Stücke vor. John Hammond, Manager bei Columbia, nimmt den 21-jährigen als ersten Folksänger in das Repertoire auf. Hammond gilt als der bedeutendste Talent-Scout der amerikanischen Popmusik und entdeckte neben Bob Dylan auch Bruce Springsteen, Stevie Ray Vaughan, Billie Holiday und Count Basie. 1962 debütiert Dylan, der eigentlich Robert Allen Zimmermann heißt, mit einem selbstbetitelten Album. Es enthält vor allem Coverversionen.

1963 legt Bob Dylan dann den Grundstein zu seiner Karriere und veröffentlicht das Album "The Freewhelin' Bob Dylan". Schon der erste Titel trifft den Nerv der Zeit: "Blowin' in the Wind". Dylan hatte den Song im April 1962 in einer New Yorker Folk-Kneipe geschrieben. Die Melodie stammte aus dem Gospel "No more auction block". Das Antikriegslied wurde von unzähligen Künstlern gecovert, darunter Neil Young, Stevie Wonder, Peter, Paul & Mary, Chet Atkins und Sam Cooke. In seinen Texten zeigte sich ein außergewöhnliches literarisches Talent.

Joan Baez wird auf den Sänger aufmerksam und nimmt ihn ins Vorprogramm ihrer 1963er US-Tournee. Für Bob Dylan beginnt damit seine erste große Tour durch die USA. Dylans Aufstieg fällt zusammen mit einer sich immer stärker politisierenden Jugendbewegung und in die Zeit der Bürgerrechtsbewegung. Mit 25 Jahren wird er zu einem ihrer Symbole. Dylan selbst versteht sich jedoch vor allem als Künstler, der "nur schnörkellose Lieder gesungen und kraftvolle neue Ereignisse dargestellt" hat, wie er in seiner 2004 erschienenen Autobiographie "Chronicles Volume One" meinte. Der Vereinnahmung seiner Person versuchte sich Dylan auch musikalisch zu erwehren, unter anderem mit dem "Wedding Song" (1974), in dem es heißt: "It's never been my duty to remake the world at large, nor is it my intention to sound a battle charge" Zu deutsch: "Nie war es meine Pflicht, die Welt im ganzen neu zu erschaffen, noch ist es meine Absicht, einen Schlachtruf erklingen zu lassen."

Seinen Fans entzog sich Bob Dylan immer wieder. Bis Mitte der 60er Jahre hatte Bob Dylan fast ausschließlich solo mit einer akustischen Gitarre gespielt. Er begann, sich von einer Band begleiten zu lassen und wandte sich der E-Gitarre zu. Bob Dylan wandelte sich vom Folk- zum Rockstar, was zu heftigen Reaktionen der Folkgemeinde führte. Während der Europa Tournee, auf der er von "The Band" begleitet wurde, wurde Bob Dylan als "Judas" beschimpft. Zu hören ist das auf "The Bootleg Series Vol. 4: Live 1966". Diese CD enthält einen Mitschnitt des Konzerts vom 17. Mai 1966 in der Free Trade Hall in Manchester. Dave Marsh schrieb in der Musikmagazin "Creem magazine":"It is the most supremely elegant piece of rock 'n' roll music I've ever heard... The extreme subtlety of the music is so closely interwoven with its majesty that they appear as one and the same." Es wurde zum Ritual der Tour, dass das Publikum sein Idol ausbuhte. Während des Konzerts in der Free Trade Hall gab Bob Dylan seiner Band die Anweisung, deshalb besonders laut zu spielen. Die nächste Tour sollte acht Jahre auf sich warten lassen.

"Bringing It All Back" erscheint 1965 und gilt als erstes Rockalbum Dylans. Ihm folgen "Highway 61 Revisited" (1965) und die Doppel-LP "Blonde on Blonde" (1966). Noch heute gelten diese Platten als Meilensteine in der Rockgeschichte. Der Song "Like a Rolling Stone" des ersten Albums erreichte Platz 2 der Billboard-Single-Charts. Die Zeitschrift "Rolling Stone" kürte den Song zum größten aller Zeiten und benannte sich nach ihm. Auch die "Rolling Stones" sollen sich nach jenem Song, der von vielen als Ursprung der Rockmusik gilt, benannt haben.

Im Juli 1966, nach einem Motorrad-Unfall, zieht sich Dylan für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Er trat einen Schritt zurück und lebte in Bearsville nähe Woodstock und widmete sich seiner Familie. Trotz der geographischen Nähe trat Dylan nicht einmal während des legendären Woodstock-Festivals auf. Musikalisch orientierte er sich in dieser Zeit am Country. Es entstehen die Alben "John Wesley Harding" (1967) und "Nashville Skyline" (1969), welches sein bis dahin größter kommerzieller Erfolg werden sollte. Sein musikalisches Engagement ebnete der Country-Musik den Weg ins Rockmilieu, welches die Musik bis dahin als reaktionär abgetan hatten. Während die einen seine neuerliche Wendung als Bekenntnis zum einfachen Familienleben deuteten, warfen andere Fans ihm erneut Verrat vor und wandten sich enttäuscht ab.

1970 veröffentlicht Dylan "Self Portrait". Nachdem es von Fans und Kritik zerrissen wird, nennt er die Veröffentlich später den Versuch eines Befreiungsschlags, um die bedrückende Erwartungshaltung seines Publikums zu zerstören. Er tritt nur selten auf, beispielsweise beim Festival auf der Isle of Wight (1969) und beim "Concert for Bangla Desh" (1971). Zusammen mit Kris Kristofferson und James Coburn spielt er in dem Western "Pat Garret jagt Billy the Kid" und schreibt den Soundtrack. Darunter: "Knockin' on Heaven's Door"

1974 startet Dylan seine Comebacktournee, welche zwar innerhalb weniger Stunden ausverkauft war, im Urteil der Krtiker jedoch nicht bestand. Der Sänger schreie mehr, und dann auch nur alte Lieder, so die Kritik. Dabei zeigte sich erstmals eine neue Herangehensweise Dylans an sein Werk. Er reinterpretierte es, teilweise bis zur Unkenntlichkeit, was heute zu einem seiner Markenzeichen avanciert ist und nach wie vor die Kraft enthält, alte Fans in die Verzweiflung zu treiben.

Ein Jahr später veröffentlicht Dylan sein Album "Blood On The Tracks", was als eines seiner besten gilt. Obwohl Bob Dylan stets einen Zusammenhang bestritt, wird es als künstlerische Verarbeitung der Trennung von seiner Frau Sara interpretiert. Die Scheidung folgte 1977.

Ausgerechnet auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, während des Auftritts am 1. Juli 1978 vor 75.000 Menschen erlebte Bob Dylan nach eigenen Angaben ein religiöses Erweckungserlebnis, als ihm jemand ein silbernes Kreuz auf die Bühne warf. Er wendet sich daraufhin dem Christentum zu und veröffentlicht drei christlich inspirierte Alben ("Slow Train Coming", "Saved", und "Shot of Love"). Es folgt, was immer folgt, wenn Dylan sich umdreht. Verrat und Judas! Als Höhepunkt dieser Entwicklung kann vielleicht das 1997er Konzert während eines Internationalen Eucharistischen Kongresses in Bologna angesehen werden. Unter den 300.000 Konzertbesuchern, denen Dylan "Knockin' on Heaven's Door", "A Hard Rain's A-Gonna Fall" und "Forever Young" spielte, befanden sich der damalige Papst Johannes Paul II., sowie Joseph Ratzinger, der spätere Benedikt XVI., der den Auftritt allerdings skeptisch sah: "Ich war skeptisch und bin es in gewisser Weise noch immer, ob es wirklich richtig war, diese Art von Prophet auftreten zu lassen." Paul der II. hingegen grüßte den Propheten und reflektierte über seinen berühmten Vers, dass die Antwort vom Wind verweht würde.

Die Achtziger Jahre verlaufen für Dylan wenig erfolgreich. Der "Rolling Stone" wählt das 1988 erschienene Album "Down in the Groove" zum schlechtesten Album eines bedeutenden Künstlers. Er kämpft mit Alkoholproblemen. Er tritt auf dem Live Aid Konzert am 13. Juli 1985 auf. Die Bemerkung, man könne einen Teil der Einnahmen, welche für die hungernde Bevölkerung Äthiopiens gesammelt wurde, notleidenden US-Farmern zukommen lassen löste Empörung aus, führte aber zum Farm Aid, welches am 22. September desselben Jahres stattfand. 1986 heiratet er Carolyn Dennis. Die Scheidung folgt 1990. 1988 gründete er zusammen mit Jeff Lynne, Tom Petty, Roy Orbison und George Harrison die Supergroup Traveling Wilburys und befindet sich seitdem auf seiner "Never Ending Tour". Im selben Jahr wird er in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen.

Sein Comeback fällt mit seinem Auftritt auf dem Woodstock-II-Festival 1994 zusammen. Ein überwiegend junges Publikum nimmt den Künstler euphorisch auf. Es folgt ein "MTV Unplugged"-Album, in welchem er seine größten Hits zum Besten gibt. Es wurde eines seiner kommerziell erfolgreichsten Alben.

2001 gewinnt er den Golden Globe und den Oscar für die Filmmusik zu "Die WonderBoys". Im selben Jahr erhielt er den Polar Music Prize, welcher als inoffizieller Nobelpreis für Musik gilt. Seit 1996 gehört er, dank seiner literarischen Ausdrucksfähigkeiten, auch zum engeren Kreis der Literaturnobelpreiskandidaten. Unterstützt wurde seine Anwärterschaft durch den Schriftsteller John Bauldie, Allen Ginsberg, sowie dem Literaturprofessor Gordon Ball. Seine Texte werden mit denen Arthur Rimbauds und William Butler Yeats verglichen.

Das Bob Dylan auch im neuen Jahrtausend seltsam mit der amerikanischen Geschichte verbandelt bleibt, dokumentiert vielleicht das Erscheinungsdatum des mit Begeisterung aufgenommenen Albums "Love And Theft": 9/11. Im Oktober 2004 erscheint der erste Teil seiner Autobiographie: "Chronicles: Volume One". Das Werk ist auf drei Bände angelegt. 2006 erscheint sein 32. Studioalbum: "Modern Times". Auch dieses wird mit Begeisterung gefeiert und brachte ihn, das erste Mal seit 1976, wieder an die Spitze der US-Charts.

Im Oktober 2007 erschien das Best Of-Album "DYLAN".

top


Das schreiben die Anderen


top


top


Kommentare

Sei der Erste und verfasse hier einen Kommentar

Dein Name

Deine Email*

Deine Webseite

*) wird nicht veröffentlicht.

mc 2003 - 2008